Ratgeber

Was kostet eine Website? Die Kostenfaktoren für Betriebe in Österreich

Eine seriöse Antwort auf die Preisfrage beginnt mit dem Umfang. Wir zeigen, woraus sich die Kosten einer Website zusammensetzen und wie Sie Angebote richtig vergleichen.

„Was kostet eine Website?“ ist meist die erste Frage im Gespräch, und sie ist berechtigt. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, was die Website leisten soll. Das klingt nach Ausrede, ist aber der Kern jeder Kalkulation. Eine Visitenkarte mit drei Seiten und ein Auftritt mit Terminbuchung, mehreren Sprachen und Anbindung an die Warenwirtschaft sind zwei verschiedene Projekte. Dieser Beitrag zeigt, woraus sich der Preis zusammensetzt, welche Kosten nach dem Start bleiben und worauf Sie beim Vergleich von Angeboten achten sollten.

Worum es geht

Die Kosten einer Website bestehen aus zwei Teilen: dem einmaligen Aufwand bis zum Start und den laufenden Kosten danach. Viele Angebote nennen nur den ersten Teil. Für Ihre Planung zählt aber die Summe über mehrere Jahre.

Beim einmaligen Aufwand entscheiden vor allem diese Punkte:

  • Umfang: Wie viele Seiten braucht der Auftritt, und wie viele davon haben eigene Inhalte, etwa je Leistung oder je Standort?
  • Inhalte: Liefern Sie Texte und Fotos selbst, oder werden sie erstellt? Gute Texte sind oft der größte versteckte Aufwand, weil sie Abstimmung brauchen.
  • Funktionen: Kontaktformular, Terminbuchung, Onlineshop, Mitgliederbereich, mehrere Sprachen oder Schnittstellen zu anderen Programmen erhöhen den Aufwand deutlich.
  • Bestehende Website: Bei einem Relaunch kommen die Übernahme alter Inhalte und Weiterleitungen dazu, damit bestehende Google-Rankings nicht verloren gehen.
  • Auffindbarkeit: Seitenstruktur, Titel, Beschreibungen und Ladezeit lassen sich von Anfang an mitplanen oder später teuer nachrüsten.

Zu den laufenden Kosten gehören Domain, Hosting, Sicherheits-Updates, Backups und die Pflege der Inhalte. Für eine .at-Domain nennt die Registrierungsstelle nic.at bei direkter Registrierung 68 Euro für das erste Jahr und 34 Euro für jedes weitere, jeweils ohne Umsatzsteuer. Registrare legen ihre Preise selbst fest, häufig im Paket mit Hosting und E-Mail. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum Domainkauf in Österreich.

Hosting allein ist selten der teure Teil. Teuer wird es, wenn niemand Updates einspielt, ein Plugin eine Lücke hat oder nach Jahren niemand mehr weiß, wo die Zugänge liegen. Deshalb lohnt sich die Frage, wer sich nach dem Start um die Website kümmert und was das kostet.

Was das für Betriebe in Österreich heißt

Ein Teil des Aufwands ergibt sich aus Pflichten, die jede Unternehmenswebsite in Österreich erfüllen muss. Sie gehören in den Umfang des Angebots und sollten nicht als Nachtrag auftauchen.

Laut Wirtschaftskammer gelten für kommerzielle Websites die Informationspflichten nach § 5 E-Commerce-Gesetz. Dazu kommen je nach Unternehmen Angaben nach § 14 UGB, wenn Sie im Firmenbuch eingetragen sind, oder nach § 63 Gewerbeordnung, wenn nicht. Die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz richtet sich nach dem Inhalt der Website. Das Unternehmensserviceportal weist darauf hin, dass Verstöße gegen die Impressumspflicht nach dem Mediengesetz eine Verwaltungsübertretung sind und mit bis zu 20.000 Euro bestraft werden können. Die WKO stellt für die einzelnen Rechtsformen Musterimpressen bereit.

Ebenfalls zum Umfang gehören Datenschutzerklärung und, sobald Tracking oder externe Dienste im Spiel sind, eine saubere Einwilligung. Wann ein Cookie-Banner nötig ist, erklären wir im Beitrag zur Cookie-Banner-Pflicht. Wer Produkte oder bestimmte Dienstleistungen online an Verbraucher verkauft, sollte außerdem prüfen, ob das Barrierefreiheitsgesetz gilt. Barrierefreiheit von Anfang an einzuplanen ist in der Regel einfacher, als sie später nachzurüsten.

Für viele Betriebe interessant ist die Förderung. Das Wirtschaftsministerium nennt für KMU.DIGITAL die Module Beratung und Umsetzung, ein Schwerpunkt ist E-Commerce, Online Marketing und Social Media. Höhe, Voraussetzungen und Fristen regeln die jeweils gültigen Richtlinien. Ob gerade eingereicht werden kann, sollten Sie vor der Beauftragung klären, damit Sie keine Frist oder Voraussetzung verpassen.

Aus unserer Sicht hilft beim Vergleich von Angeboten nur eines: denselben Umfang nebeneinanderlegen. Ein niedriger Einstiegspreis sagt wenig, wenn Texte, rechtliche Seiten, Weiterleitungen oder Änderungen nach dem Start extra verrechnet werden. Umgekehrt ist ein höherer Preis nur dann gerechtfertigt, wenn klar ist, was er enthält. Wir nennen unsere Preise deshalb offen: Eine neue Website beginnt bei uns bei 4.990 Euro, Hosting und Wartung mit laufenden Änderungen kosten 99 Euro im Monat, jeweils netto zuzüglich 20 % Umsatzsteuer. Was genau enthalten ist, steht auf unserer Seite Preise.

Was Sie jetzt tun können

Bevor Sie Angebote einholen, lohnt sich eine kurze Vorbereitung. Sie macht die Antworten vergleichbar und spart Ihnen Gesprächszeit.

  • Ziel festlegen: Soll die Website Anfragen bringen, Termine füllen, Produkte verkaufen oder Bewerbungen auslösen? Das Ziel bestimmt die Funktionen.
  • Seitenliste schreiben: Notieren Sie Leistungen, Standorte und Themen, die eine eigene Seite verdienen. Das ist die wichtigste Grundlage für jedes Angebot.
  • Inhalte klären: Wer schreibt die Texte, und gibt es aktuelle, eigene Fotos? Fehlen sie, gehört ihre Erstellung ins Angebot.
  • Laufende Kosten mitrechnen: Lassen Sie sich Domain, Hosting, Wartung und Änderungen getrennt nennen und rechnen Sie die Summe über drei Jahre.
  • Eigentum sichern: Die Domain und die Zugänge sollten auf Ihren Betrieb laufen, nicht auf die Agentur.
  • Pflichtseiten abfragen: Fragen Sie nach, ob Impressum, Datenschutz, Einwilligung und bei Bedarf Barrierefreiheit im Preis enthalten sind.
  • Ausgangslage prüfen: Haben Sie schon eine Website, zeigt der kostenlose Website-Check, wo sie heute steht und was sich ändern sollte.

Häufige Fragen

Was kostet eine einfache Website?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil sich Umfang, Inhalte und Funktionen stark unterscheiden. Bei Agentur.jetzt beginnt eine neue Website bei 4.990 Euro netto. Den genauen Preis erhalten Sie vorab als schriftliches Angebot.

Welche laufenden Kosten kommen nach dem Start dazu?

Domain und Hosting, dazu Sicherheits-Updates, Backups und die Pflege der Inhalte. Ob Änderungen pro Stunde verrechnet werden oder in einer Monatspauschale enthalten sind, macht über die Jahre einen großen Unterschied. Fragen Sie danach ausdrücklich.

Gibt es eine Förderung für eine neue Website?

Möglich ist das über Programme wie KMU.DIGITAL, das Beratung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten fördert. Ob Ihr Vorhaben förderfähig ist und ob gerade Mittel verfügbar sind, regeln die aktuellen Richtlinien. Prüfen Sie das vor der Beauftragung.

Ist ein Website-Baukasten günstiger?

Die monatlichen Kosten sind oft niedrig. Dafür übernehmen Sie Texte, Gestaltung, Pflichtangaben und Auffindbarkeit selbst. Das kann für den Anfang passen. Rechnen Sie dabei Ihre eigene Arbeitszeit ehrlich mit.

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